PIA - Permakultur-Akademie im Alpenraum

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Permakultur-Akademie - Was ist Permakultur ?

Gerade in der heutigen Zeit, in der Bauern immer mehr um ihre Existenzgrundlage bangen und oftmals ihre Höfe aufgeben müssen, wo gentechnische Methoden außer Kontrolle zu geraten drohen und der Bezug zum ursprünglichen, vernünftigen Umgang mit Ressourcen, die uns unsere Erde und unsere Böden zur Verfügung stellen, verloren geht, ist die Permakultur (aus dem engl. permanent agriculture) eine zukunftsträchtige Version des nachhaltigen Landbaues.

Permakultur beschreibt weniger eine spezielle Anbaumethode, sondern vielmehr eine Philosophie wie landwirtschaftliche und soziale Systeme nachhaltig aufgebaut werden sollen.
Die Gestaltungen in der Permakultur gründen sich auf die Beobachtung natürlicher Systeme. Man versucht diese natürlichen Kreisläufe nachzuempfinden und dauerhafte, sich selbst erhaltende Systeme aus Pflanzen und Tieren zu entwickeln, die sich gegenseitig ergänzen und bereichern.

Permakultur ist aber nicht nur eine Art, das Land zu bewirtschaften, sondern auch eine Art zu leben. Sie zeigt uns, wie wir unsere Ressourcen optimal nutzen können. Sie beruht auf einem Denken in Zusammenhängen und Wechselwirkungen.

Natur und Sinn stiftendes, beglückendes Tätigsein in dieser Natur sind vielen Menschen wieder wichtig geworden – in einer Zeit, in der die existenzielle Bedrohung des Lebens für viele Menschen, ja für die gesamte Menschheit ständig wächst.

Das Pflegen und Erleben von Garten und Land(wirt)schaft stillt nicht nur die Sehnsucht nach Selbstentfaltung und Harmonie, sondern zeigt auch Wege zu neuer Eigenständigkeit in einer Gesellschaft, die immer undurchschaubarer wird und die die Menschen immer mehr von ihren Lebens-Wurzeln abkoppelt.

Permakultur führt uns nach vorne, zu unseren Lebenswurzeln zurück. Permakultur ist friedvolles, förderliches Miteinander von Mensch und Natur. Unser persönliches, lustvolles Wirken und Werken vor unserer Haustür als Beitrag zu einer zukunftstauglichen Entwicklung dieser Welt.

Permanent agriculture ist ein Stück Hoffnung – ein wohldurchdachtes Konzept, wie wir im Kleinen und im Großen der Zerstörung der Erde wirksam begegnen können. Permakultur beruht auf einem Denken in Zusammenhängen und Wechselwirkungen.
Permakulturfreunde/Innen beobachten die Natur. Sie empfinden natürliche Kreisläufe nach und entwickeln sich selbst erhaltende, dauerhafte Systeme aus Pflanzen und Tieren, die sich gegenseitig ergänzen und bereichern. In diese sensiblen Netze integrieren sie ökologische Bauten und Siedlungen mit großer Sorgfalt.

Der australische Ökologe Bill Mollison prägte den Begriff „Permakultur“ 1978 und erhielt für seine Ideen bereits 1981 den alternativen Nobelpreis.

Permakultur-Planung und -Gestaltung

Permakultur ist der bewusste Entwurf und Erhalt von landwirtschaftlich produktiven Ökosystemen in der Stadt und auf dem Land, die die Vielfältigkeit, Stabilität und Widerstandsfähigkeit natürlicher Ökosysteme haben.

Permakultur ist aber auch die harmonische Integration von Landschaft und Menschen, welche Nahrung, Energie, Wohnung und andere materielle und nicht-materielle Bedürfnisse auf eine dauerhafte Weise befriedigt.

„Ohne eine auf Nachhaltigkeit und regionale Selbstversorgung angelegte Landwirtschaft ist eine stabile soziale Ordnung unmöglich.“
(Bill Mollison)

Das Ziel von Permakultur-Planung ist, Systeme zu entwerfen, zu schaffen, zu erhalten ...

  • Die dem natürlichen Ökosystem an diesem Ort möglichst nahe stehen,
  • die ökonomisch möglich und sinnvoll sind,
  • die für ihre Bedürfnisse selbst sorgen,
  • die kein unkontrolliertes Wachstum verursachen,
  • die keine Abfälle und keine Verschmutzung produzieren,
  • und die deswegen auf lange Sicht „nachhaltig“ sind.

Permakultur-Planung beschäftigt sich

  • Mit Pflanzen, Tieren, Gebäuden, Klima, Energie, Wasser, Kommunikation ...
  • Vor allem aber mit den Beziehungen, die zwischen diesen Elementen bestehen bzw. geschaffen werden können.

Permakultur-Gestaltung gründet sich

  • auf die Beobachtung der Natur (der natürlichen Systeme)
  • auf die Weisheit traditioneller Landwirtschaft

  • auf moderne Wissenschaft und Technik
    und schafft – nach dem Vorbild der Natur - kultivierte Ökosysteme, die so geplant sind, dass sie mehr Energie (menschliche und tierische Nahrung) produzieren als in der unbeeinflussten Natur (an diesem Ort) zu finden wäre.
    (Nach Bill Mollison)

  • Permakultur ist eine Philosophie, die mit anstatt gegen die Natur arbeitet. Und die Pflanzen und Tiere mit all ihren Aufgaben und Beziehungen betrachtet, anstatt sie als Einzel-Elemente und Einzel-Produkte zu sehen. (Nach Masanobu Fukuoka)

  • „Wenn wir die Natur angreifen, greifen wir uns selbst an. In Harmonie mit der Natur zu leben ist nur möglich, wenn wir die Meinung überwinden, die „Krone der Schöpfung“, der Natur überlegen zu sein. Wir Menschen sind nicht besser als andere Lebensformen, alle Lebewesen sind ein Ausdruck des Lebens. Was wir anderem Leben antun, tun wir uns selbst an. Eine Gesellschaft, die das versteht, zerstört nicht mutwillig Lebewesen bzw. deren Lebensräume.“

Permakultur-Gestaltung fördert Systeme, in denen wir leben können:

  • durch Benutzung von Energie, die natürlicherweise in Bewegung und ungefährlich ist,

  • durch Benutzung von Nahrung und natürlichen Ressourcen, die überreich vorhanden sind,

  • ohne dass wir das Leben auf der Erde zerstören.

  • Die Methoden und Techniken zur Rettung der Erde sind heute alle bekannt. Jede Gruppe Menschen kann die Chance wahr nehmen, HIER und JETZT zu beginnen. Millionen Menschen in allen Erdteilen sind gerade dabei, zu beginnen, ohne auf Unterstützung durch Poltik oder Wirtschaft zu warten.
    (Nach Bill Mollison)

PRINZIPIEN DER GESTALTUNG VON PERMAKULTUR-SYSTEMEN
Auf die 10 Gestaltungsprinzipien der Permakultur kann in der vorgegebenen Kürze nicht eingegangen werden. Nur so viel: Für alle Klimabereiche und Gesellschaftsformen gilt, dass Permakultur-Gestaltung heißt, Dinge und Lebewesen zueinander in Beziehung zu setzen.


Permakultur-Ethik
Sorgen für die Erde - Sorgen für die Menschen - Überschüsse teilen - Wachstum begrenzen

Permakultur-Ethik beschreibt sittliche Ansichten und Handlungen in Bezug auf das „Überleben des Lebens“ auf unserem Planeten.

Sorge für die Erde, für alle lebenden und nicht lebenden Elemente:
Sorge zu tragen für die Erde umfasst bewahrende und wieder herstellende Tätigkeiten und Handlungen, bescheidene Benutzung der Ressourcen und Arbeiten für den Aufbau nützlicher und „der Erde wohl tuender“ Systeme.

Die Sorge für die Erde schließt die Sorge für die Menschen mit ein.
.. damit die Grundbedürfnisse der Menschen erfüllt werden können: Nahrung, Schutz, Bildung, befriedigende Aufgaben, (zwischenmenschliche) Beziehungen, ...
Denn obwohl das menschliche Leben nur einen geringen Teil aller lebendigen Systeme ausmacht, macht es doch überreichlichen und mörderischen Gebrauch von den Ressourcen. Menschliche Gemeinschaften, die für die Erfüllung ihrer Grundbedürfnisse selbst sorgen, brauchen keine zerstörerischen großflächigen Praktiken, die sich gegen die Erde und gegen das Leben wenden.

Aus der Sorge für die Erde und die Menschen ergibt sich das Teilen von überschüssiger Zeit, Geld und Energie.

Jedes Lebewesen auf der Welt ist wertvoll. Ein Baum ist ein Wert an sich, auch wenn er keine kommerzielle Bedeutung für uns hat. Alles, was lebendig ist, ist bedeutend, denn es erfüllt seine Aufgabe im Ökosystem: Biomasse verarbeiten, Sauerstoff und Kohlendioxid in jeder Region bereit stellen, kleine Tiere beschützen, Erde aufbauen, und so weiter.

Permakultur-Ethik erfasst alle Umwelt-, Gemeinschafts-, Wirtschafts- und Sozialsysteme.
ZUSAMMENARBEIT, NICHT WETTBEWERB IST DER SCHLÜSSEL ZUR ZUKUNFT.


„Wie ihr die SORGE FÜR DIE ERDE in euer Leben einbauen könnt:

  • Denkt an die langfristigen Folgen eurer Handlungen. Plant für die Nachhaltigkeit.

  • Benutzt, wenn möglich, heimische Tier- und Pflanzenarten. Das gedankenlose Einbringen von nicht heimischen konkurrenzstarken Arten kann das ökologische Gleichgewicht in eurer Region gefährden.

  • Kultiviert nur das kleinst mögliche Stück Land. Plant besser kleinräumige, energie-effiziente intensiv genutzte Systeme als großräumige, Energie verbrauchende extensiv genutzte Systeme.

  • Denkt und arbeitet vielfältig und polykulturell. Das schützt die Stabilität des Ökosystems und hilft euch, auf Umwelt- und soziale Veränderungen gefasst zu sein.

  • Vermehrt die Möglichkeiten zu ernten: Schaut auf die gesamte Ernte eures Systems, zur Verfügung gestellt von einjährigen und mehrjährigen Pflanzen, von Gemüsepflanzen, von Bäumen und von Tieren.

  • Verwendet „sanfte“ und biologische Systeme (Sonne, Wind, Wasser, Pflanzen und Tiere), um Energie zu gewinnen und in eurem System zu halten.

  • Bringt das Gärtnern (das Anbauen von Lebensmitteln) in die großen und kleinen Städte zurück, damit ihre Menschen wieder eigenständig werden können.

  • Unterstützt einander, damit ihr selbstständiger werdet, und entwickelt gemeinschaftliche Verantwortung.

  • Forstet die Erde wieder auf und stellt die Fruchtbarkeit des Bodens wieder her.

  • Verwendet alles auf bestmögliche Weise und führt alle Abfälle in den Kreislauf zurück.

  • Seht die Lösungen, nicht die Probleme.

  • Arbeitet dort, wo ihr etwas bewirken könnt: Pflanzt dort einen Baum, wo er überleben kann. Und unterstützt die Menschen, die lernen wollen.


PERMAKULTUR BEGINNT IM GARTEN

Jeder Permakultur-Garten ist einmalig und spiegelt auf einmalige Weise nicht nur das Zusammenspiel der Natur, sondern auch das Wesen seine/r Gärtners/in wider.

Permakultur-Gartenplanung beruht nicht auf komplizierten Techniken, sondern auf der Beobachtung der Natur an diesem speziellen Ort.
Sie berücksichtigt nicht nur die Ansprüche der Pflanzen und die Wünsche des/r Gärtners/in, sondern blickt in einer ganzheitlichen Sichtweise auch „über den Gartenzaun“: Jeder Permakultur-Garten ist auch ein Schritt zu mehr Gesundheit und Vielfalt der Landschaft „draußen“. Denn ein Garten ist keine Insel, sondern steht in vielfältiger Wechselwirkung mit seiner Umgebung.

Sorten und Standorte, Vorbereitung und Nachnutzung der Fläche sowie die Anbauweise werden so gewählt, dass sie Schritte zu mehr Nachhaltigkeit sind.

Das bedeutet vor allem, dass vorhandene Energie und Ressourcen im Garten möglichst im Kreislauf geführt werden und dass Fremdenergie (z.B. Transportenergie, maschinelle Energie, ganz allgemein Energie aus fossilen oder atomaren Quellen) und menschliche Arbeitskraft möglichst sparsam eingesetzt werden. Auch Wasser wird sparsam benutzt, und es werden Sorten verwendet, die robust und ohne Einsatz von „high tech“ vermehrbar sind (frei abblühende Sorten, keine F1-Hybriden).

Permakultur-Gärten sind Orte der Nahrung, und zwar der Nahrung für Körper, Geist und Seele. Sie sind vielfältig, artenreich und voller Leben. Sie spenden Lebensfreude, ohne einfältige, monotone und belastende Arbeit zu verlangen.

Für Permakultur-Gärten gibt es keine allgemein gültigen „Rezepte“ und vor allem keine Normen und Zwänge. Jeder Permakultur-Garten ist ein einzigartiger Organismus mit einer individuellen Entwicklung.
Wer in und mit einem solchen Garten lebt, hat die Chance, sich mit ihm zu entwickeln.

Permakultur-Gärten schenken Freiheit.

  • Bekannte Methoden und Elemente in Permakultur-Gärten:
  • Kräuterspirale
  • Hügelbeete und Mulchbeete
  • Flächenkompostierung
  • Terrassierung
  • Mischkultur und Fruchtwechsel
  • Aquakulturen

Bill Mollison
Er wurde 1928 in einem kleinen Fischerdorf in Tasmanien geboren und nach zahlreichen Jobs (Fischer, Seemann, Müller...) wendetet er sich 1954 der Biologie uns somit der Natur und ihrer Lehre zu. Nach zahlreichen Feldstudien an verschiedenen Tieren arbeitete er im tasmanischen Museum und danach wieder an Studien über die Tierwelt, Nahrungsketten und Wasserzustand der Binnengewässer Tasmaniens.
An der Universität in Tasmanien unterrichtete er Biogeographie und in weiterer Folge Umweltpsychologie. 1974 entwarf er dann mit seinem Schüler David Holmgren das Konzept der Permakultur, für das er 1981 dann auch den Alternativen Nobelpreis erhielt.
Seit 1979 gibt es das Internationale Permakultur-Institut Australien, das die Aufgabe hat, Interessierte aus aller Welt die praktische Planung für nachhaltige Formen von Boden-, Wasser- und Pflanzennutzung zu lehren. Dieses Institut befindet sich auf der Tagari Farm – ein ca. 150 ha großes Stück Land, ehemals für Rinderzucht verwendet. Hier werden zahlreiche Permakultur-Prinzipien, Strategien und Techniken für nachhaltige Landwirtschaft gezeigt.
Bevor Bill Mollison dieses ehemalige Farmland verändert hat, gab es gerade einen Baum auf dem Grundstück, 10 Jahre später gibt es hier einen richtigen Waldgarten mit einem großen Reichtum an Pflanzen und Tieren.

Dr. med. Marlies ORTNER, Permakultur-Lehrerin und Biobäuerin
Permakultur-Kurse auf Anfrage
Österr. Institut für angewandte Ökopädagogik E.R.D.E.,
Herbersdorf 17, A- 8510 Stainz,
Tel. 03463 – 43 84, FAX +13, Tel. 0664 – 14 10 566,
sunshine@therapiegarten.at
www.therapiegarten.at

In unseren Kursen lernen die Teilnehmer/innen die wichtigsten Planungsschritte zum Aufbau von Permakultursystemen kennen. Kursinhalte sind daher vor allem Energieverwendung, Wasserversorgung, Gebäudenutzung, Gesundheitsförderung, nachbarliche Kooperationen, dauerhafte Garten- und Landwirtschaft, Selbstversorgung und regionales Wirtschaften.
Viel Zeit wird praktischen Planungen, Naturerfahrungs-Übungen und der Arbeit mit den eigenen Fähigkeiten und Bedürfnissen eingeräumt.

In unseren Workshops planen die Teilnehmer/innen mit fachkundiger Anleitung ihren persönlichen Haus-, Bio-, Permakultur-, Gesundheits-, Blumen-, Stein-, Kräutergarten.